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Date: 09.06.2020

Title: Wie weit ist die Digitalisierung der Schweizer Spitäler und wie steht es um das Elektronische Patientendossier (EPD)?

Teaser: Erfahren Sie mehr in Teil 1 unserer Artikelserie: Auf dem Weg zum «Digitalen Spital»

Button: Teil 1

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Wie weit ist die Digitalisierung der Schweizer Spitäler und wie steht es um das Elektronische Patientendossier (EPD)?

Erfahren Sie mehr in Teil 1 unserer Artikelserie: Auf dem Weg zum «Digitalen Spital»

Autoren: Dr. Andreas Wicht, Amelie Exner

Nahezu alle Lebensbereiche verändern sich durch die Digitalisierung, auch die Gesundheitsversorgung. Wo liegen aktuell die Herausforderungen? Werden Patienten heute digital auf ihrem Behandlungspfad begleitet? Wie steht es um das elektronische Patientendossier (EPD)? Wo befinden sich die Schweizer Spitäler auf dem Weg zum «Digitalen Spital»?

Um das herauszufinden, haben wir im Rahmen einer Marktstudie mehr als 300 im Schweizer Spitalwesen tätige Personen befragt. Im ersten Artikel dieser Serie beleuchten wir, wie die Befragten die Digitalisierung in der Spitalwelt und speziell das elektronische Patientendossier (EPD) bewerten.

STUDIENREPORT ALS PDF

Auf dem Weg zum «Digitalen Spital»

Marktstudie zum Stand der Digitalisierung in der Schweizer Spitallandschaft
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Spitalwesen in Sachen Digitalisierung im Hintertreffen

Hinkt das Schweizer Spitalwesen in Sachen Digitalisierung anderen Branchen hinterher? Während wir in fast allen Lebensbereichen und Branchen die Digitalisierung immer stärker wahrnehmen, scheint sie in die Welt der Gesundheitsversorgung noch nicht gleichermassen vorgedrungen zu sein: So sehen es auch rund 63% der Befragten und geben an, das Schweizer Spitalwesen sei im Vergleich zu anderen Branchen in Sachen Digitalisierung im Hintertreffen. Nicht verwunderlich erscheint vor diesem Hintergrund, dass die wenigsten Teilnehmer ihr eigenes Spital in einer Vorreiterrolle sehen: Nur knapp 50% sehen dies im Bereich der klinischen Dokumentation, 41% im Bereich der digitalen und mobilen Infrastruktur und weniger als ein Viertel der Befragten bei der digitalen Patientenkommunikation sehen.

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Mobile Endgeräte und Einsatz künstlicher Intelligenz kaum verbreitet

Immerhin gibt bei 72% der Spitäler jeweils eine Mehrheit der Befragten an, dass in ihrer Organisation die klinische Dokumentation bereits digital erfolge. Bei weiteren 11% der Spitäler gibt eine Mehrheit an, dass eine Digitalisierung in Diskussion sei. Der Einsatz mobiler Endgeräte scheint hingegen weit weniger verbreitet zu sein: Bei nur 32% der Spitäler gibt eine Mehrheit der Befragten an, dass diese bereits genutzt würden.

Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz sowie elektronische Entscheidungsunterstützungssysteme finden im klinischen Betrieb offenbar noch kaum Verwendung – so geben dies lediglich 6% bzw. 2% der Befragten an.

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Abb. 1: Entwicklungsstand von Digitalisierungsvorhaben

Die elektronische Kommunikation mit Patienten scheint bis dato ebenfalls eher vernachlässigt zu werden. So gibt für kein Spital eine Mehrheit der Befragten an, dass bereits digitale Kommunikationsmittel, welche über E-Mail hinausgehen, in Verwendung seien. Bei immerhin 11% der Spitäler gibt eine Mehrheit an, dass dies in Umsetzung sei.

Die aktuelle Entwicklung in der Digitalisierung scheint sich also vorwiegend auf eine Ablösung papierbasierter Strukturen zu fokussieren. Vorhaben, welche die Schnittstelle zum Patienten belegen, scheinen hingegen, über das Stadium interner Diskussionen noch kaum hinaus gekommen zu sein.

Meinungen hinsichtlich EPD gespalten

Das elektronische Patientendossier (EPD) wird für Listenspitäler Pflicht. Ursprünglich sollte das EPD per April 2020 flächendeckend in der Schweiz eingeführt werden. Zum Zeitpunkt unserer Befragung (Oktober 2019 bis Januar 2020) gaben nur rund 53% der Befragten an, das EPD per April 2020 flächendeckend einzuführen.

Gleichzeitig waren die Befragten eher wenig überzeugt, dass das volle Leistungsspektrum des EPD per Einführung im April genutzt wird: So gaben 59% an, dass in ihrer Einrichtung voraussichtlich nicht das volle Potential des EPD ausgeschöpft werde. Nach dem konkreten Nutzen des EPD gefragt, ergibt sich ein gespaltenes Meinungsbild: Über alle Teilnehmer hinweg sind rund 48% der Befragten überzeugt, dass das EPD ihren Patienten einen Nutzen bringen werde, wohingegen etwa ein Drittel keinen Nutzen für den Patienten erwartet sowie rund ein Viertel der Befragten hierzu keine Angaben macht. Bemerkenswert sind hierbei die unterschiedlichen Sichtweisen je Berufsgruppe/Unternehmensbereich: So erwarten die Befragten aus dem Bereich Medizin/Pflege mehrheitlich einen Zusatznutzen für ihre Patienten (58%), deutlich weniger sind es hingegen in den Geschäftsleitungen/Direktionen (39%) und am wenigsten aus den Bereichen IT/Medizintechnik (37%).

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Abb. 2: Zusätzlicher Nutzen für den Patienten durch das EPD

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Frage nach der potenziellen Effizienzsteigerung durch das EPD und der Verbesserung der täglichen Arbeit: Während sich 51% der Medizin/Pflege  eine Verbesserung versprechen, tun dies in der Geschäftsleitung/Direktion und IT/Medizintechnik nur jeweils rund ein Drittel der Befragten (35% und 34%).

Warum geht die Digitalisierung im Spitalwesen nur schleppend voran?

Gefragt nach den Gründen, weshalb Digitalisierungsvorhaben nicht gestartet oder weiterverfolgt werden, sehen dies 58% der Befragten tendenziell im Mangel an Personalressourcen. 48% der Befragten sind der Meinung, dass externe Faktoren, wie fehlende Lösungen oder regulatorische Hürden, eine negative Wirkung auf Digitalisierungsvorhaben haben. Unzureichende Budgets sehen tendenziell nur rund 40% der Befragten als ein Hemmnis.

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Abb. 3: Faktoren, die Digitalisierungsvorhaben hemmen

Im Vergleich dazu werden dieselben Faktoren in ihrer Wirkung auf die Einführung des EPDs deutlich geringer eingeschätzt. Zwar besitzt der Faktor Ressourcenmangel immer noch am meisten Befürworter, ist jedoch mit rund 36% deutlich geringer.

Als schwächster Faktor wird ein zu geringes Projektbudget eingeschätzt: Lediglich 20% der Befragten haben den Eindruck, dass dies die Einführung des EPDs erschwert, 46%  der Befragten verneinen sogar, dass dies ein erschwerender Faktor sein könnte.

Fazit und Ausblick

Die Ergebnisse unserer Studie bestätigen den Eindruck, dass das Spitalwesen in Sachen Digitalisierung anderen Branchen hinterherzuhinken scheint: Zwei Drittel der Befragten empfinden die Digitalisierung des Schweizer Spitalwesen im Vergleich zu anderen Branchen eher im Hintertreffen. Digitalisierungsvorhaben scheitern nach Meinung der Befragten vor allem an fehlenden personellen Ressourcen und offenbar weniger an fehlender Budgets. Vom EPD versprechen sich vor allem die Befragten aus dem Bereich Medizin/Pflege einen Zusatznutzen für Patienten. In der Führungsebene und in den Bereichen IT/Medizintechnik scheint in diesem Punkt jedoch die Skepsis zu überwiegen.

Unsere Artikelserie zu unserer Studie «Auf dem Weg zum digitalen Spital» wird fortgesetzt: Im nächsten Teil werden wir die digitale Begleitung des Patienten entlang seines Behandlungspfades thematisieren und im letzten Teil organisatorische Aspekte der Digitalisierung und Innovationsfähigkeit beleuchten.

Über die Studie

Mit dieser Studie möchten wir den Stand der Digitalisierung im Schweizer Spitalwesen aus dem Blickwinkel der dort tätigen Experten beleuchten. Hierzu haben wir über 300 Beschäftigte aus 26 verschiedenen Schweizer Spitälern zu den Themen Innovationsfähigkeit, Digitalisierung, elektronisches Patientendossier und digitaler Patientenpfad befragt. Die Befragung fand von Oktober 2019 bis Januar 2020 statt.

Synpulse beschäftigt sich intensiv mit der Digitalisierung im Gesundheitssektor. Um Transparenz über das Fortschreiten verschiedener Entwicklungen zu erhalten, führen wir regelmässig Marktstudien durch. Die Ergebnisse dieser Studie sollen Diskussionsgrundlage und Denkanstösse sein und zu kreativen, strategischen Überlegungen inspirieren.

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Auf dem Weg zum «Digitalen Spital»

Marktstudie zum Stand der Digitalisierung in der Schweizer Spitallandschaft
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Gerne stellen wir Ihnen persönlich die detaillierten Ergebnisse unserer Studie vor. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

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Dr. Andreas Wicht

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